WordPress SEO – Die komplette Anleitung

Google Bewertung
5.0
Basierend auf 18 Rezensionen
×

WordPress SEO ist ein komplexes und umfangreiches Thema. In diesem Artikel versuche ich, alle wichtigen Aspekte abzudecken.

Von Michael Hörnlimann - aktualisiert am 29.03.2020

Inhalt

1. Keyword-Recherche
1.1 Ubersuggest
1.1.1 Domain Score
1.1.2 Backlinks
1.1.3 Top SEO-Seiten
1.1.4 SEO Keywords
1.1.5 Seiten-Audit
1.2 Google Auto-Vervollständigung

2. On-Page SEO
2.1 Überschriften (h1, h2, h3)
2.2 Das Plugin Yoast SEO
2.2.1 Indexierbarkeits-Check von Ryte
2.2.2 SEO Titel
2.2.3 Permalink (Slug)
2.2.4 Meta-Beschreibung
2.2.5 Fokus-Keyphrase
2.2.6 Ausgehende interne Links
2.2.7 Eingehende interne Links
2.2.8 SEO-Wert
2.2.9 Lesbarkeitswertung
2.2.10 Cornerstone Inhalt
2.2.11 Erweitert
2.2.12 XML-Sitemap
2.2.13 Darstellung in der Suche
2.2.14 Social
2.2.15 FAQ

3. WordPress-Einstellungen
3.1 Sichtbarkeit für Suchmaschinen
3.2 robots.txt
3.3 Permalinks

4. Webhosting
4.1 HTTPS
4.1.1 Mixed Content beheben
4.2 Backups
4.3 PHP-Version
4.4 Server-Standort
4.5 cyon
4.6 RAIDBOXES

5. Off-Page SEO
5.1 Linkaufbau
5.2 Lokales SEO (Google My Business)

6. Ladezeit und Performance
6.1 Mobile first
6.2 Performance-Optimierung
6.3 Messung des Page Speed

7. Google Tools
7.1 Google Search Console
7.1.1 Mobile friendly test
7.2 Google Analytics

8. Zusammenfassung

Keyword-Recherche

Bei den Begriffen SEO und WordPress in einem Satz denken viele direkt an Yoast. Das ist auch in Ordnung so. Wenn du jedoch davon ausgehst, dass es mit der Installation des SEO-Plugins getan ist, dann hast du weit gefehlt (denn diesen Schritt machen fast alle). Du musst einen Schritt zurückgehen, um wirklich einen Unterschied zu erwirken: die Keyword-Recherche.

Diesen Schritt vergessen viele oder holen diesen nie mehr nach, weil er im Nachgang meist aufwändiger und auch teurer ist. Eine ausführliche Keyword-Recherche zu Beginn einer Suchmaschinen-Optimierung ist aus meiner Sicht enorm wichtig. Dabei kannst du dir beispielsweise die folgenden Fragen stellen:

  • Wo liegt mein Fokus, meine Kernkompetenz?
  • Wonach suchen potentielle Kunden bei Google, um mich zu finden?
  • Für welche Suchbegriffe (Keywords) möchte ich gefunden werden?

Die Antworten auf diese Fragen können dir zahlreiche Tools liefern. Ich stelle im folgenden eines davon im Detail vor.

Ubersuggest

Ubersuggest ist ein sehr hilfreiches Tool, um passende Keywords für deine Website oder Shop zu finden. Für die Veranschaulichung verwende ich hier das Effinger, Kaffeebar und Coworking in Bern, in welchem ich zurzeit regelmässig mitwirke.

Domain Score

Neben den organischen Keywords sowie den monatlichen organischen Seitenaufrufen liefert die Ubersuggest zuerst den Wert für den Domain Score. Dieser Wert liegt zwischen 1 und 100. Je höher, desto besser. Ein höherer Wert heisst gleichzeitig, dass die eingegebene Domain eine hohe Autorität besitzt und besser bei Google gerankt ist. Dieser Wert basiert auf verschiedenen Faktoren, unter anderem der Anzahl Backlinks.

Backlinks sind Links, welche auf die eingegeben Website zeigen. Grundsätzlich gilt auch hier: je mehr, desto besser. Du solltest aber unbedingt beobachten, wer auf deine Website verlinkt. Währenddem sich ein Backlink von einer Zeitung im Normalfall positiv auf die Suchmaschinen-Optimierung auswirkt, kann dies bei anderen Websites kontraproduktiv sein. Insbesondere bei anderen Domains, welche einen tiefen Domain Score aufweisen.

Domain Score und Backlinks

Top SEO-Seiten

In dieser Rubrik listet Ubersuggest die Webseiten auf, welche am Häufigsten besucht werden. Je nach Website kannst du diese nach dem Land filtern und so womöglich Unterschiede feststellen, welche beispielsweise auf die Sprache zurückgeführt werden können.

Ganz rechts gibt es zudem noch je eine Spalte für Facebook sowie Pinterest. Vermutlich ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis weitere soziale Netzwerke wie Instagram sowie LinkedIn hinzukommen:

Top SEO-Seiten

SEO Keywords

Keywords. Deshalb sind wir im ersten Schritt hier. In diesem Bereich siehst du, für welche Keywords (Suchbegriffe) die Website zurzeit bei Google gefunden wird. Zudem zeigt die Tabelle Werte zum Suchvolumen und die Position an, an welcher diese Website bei Google für dieses Keyword rankt. Ganz rechts sind die geschätzten Aufrufe ersichtlich. Dieser Wert ist allerdings mit Vorsicht zu geniessen, da wie erwähnt geschätzt.

SEO Keywords

Seiten-Audit

Nachdem du nun einen groben Überblick über die Website hast, was Backlinks und Keywords betrifft, können wir nun den nächsten Schritt anpacken. Klicke dazu links unten in der Navigation auf den Menüpunkt „Seiten-Audit“.

Dies führt nach einigen Momenten dazu, dass Ubersuggest dir wiederum eine ähnliche Übersicht wie zu Beginn liefert – jetzt allerdings mit einer konkreteren Beurteilung. In meinem Beispiel sind sämtliche Werte als sehr gut eingestuft:

Seiten-Audit

Wenn du hier jedoch noch etwas nach unten scrollst, findest du den Bereich „Top SEO-Probleme“. Jetzt wird es richtig interessant, denn schliesslich möchtest du ja Probleme lösen, richtig?

Zu wenige Wörter auf einer Seite (sprich zu wenig relevanten Inhalt zu einem spezifischen Thema), fehlender oder mehrfach verwendete Meta-Beschreibungen oder der SEO Titel sind hier klassische Mängel, welche das Tool aufspüren kann. Diese Meldungen solltest du dir somit genauer ansehen. In gewissen Fällen sind diese auch ungerechtfertigt, da eine Anpassung entweder keinen Sinn ergibt oder nicht möglich ist.

SEO-Probleme

Google Auto-Vervollständigung

Ein sehr einfaches und hilfreiches Mittel: Google aufrufen, einen oder mehrere Suchbegriffe eintragen und beobachten, was in der Auto-Vervollständigung erscheint. Diese Werte sind nämlich Suchbegriffe, wonach viele andere Personen ebenfalls gesucht haben. Eine Ausrichtung darauf kann sich somit also lohnen und dir nebenbei noch zu mehr Inspiration verhelfen.

Google Auto-Vervollständigung

On-Page SEO

On-Page SEO umschreibt Suchmaschinen-Optimierung auf der Website und am Inhalt selber. Mit WordPress und dem Plugin Yoast SEO kannst du damit grosse Teile direkt beeinflussen und so steuern, wie Suchergebnisse deiner Website bei Google erscheinen.

Überschriften (h1, h2, h3)

Neben dem klassischen Fliesstext wie diesem hier gibt es zur Struktur einer Seiten oder einem Blog-Beitrag auch verschiedene Titel (Überschriften). Diese helfen nicht nur der Übersicht und der Lesbarkeit, sondern auch Google, um den Inhalt einordnen und verstehen zu können.

Wichtig dabei ist, pro Seite lediglich einmal den Haupttitel h1 zu verwenden. Anschliessend kannst du die Webseite mitteils mehreren h2 und h3 gestalten, welche jeweils den Inhalt noch etwas genauer umschreiben als der Haupttitel.

WordPress und der neue Gutenberg-Editor machen es dir hier sehr einfach. Du kannst nämlich im Inhalt keinen h1-Titel definieren, sondern lediglich einen h2 als „höchsten“ Titel wählen. Dies lässt sich damit erklären, dass der ganz oben gewählte Seitentitel bereits als h1 dient.

Das Plugin Yoast SEO

WordPress SEO und Yoast können im Prinzip als Synonyme verwendet werden finde ich. Das beliebteste SEO-Plugin aus den Niederlanden ist inzwischen bereits auf mehr als 5 Millionen Websites aktiv.

Wie bereits bei der Keyword-Recherche erwähnt, bringt dir lediglich die Aktivierung des Plugins jedoch keinen Nutzen bezüglich Suchmaschinen-Optimierung. Es benötigt viel mehr, um dein Ziel zu erreichen. Dazu in den folgenden Abschnitten mehr.

Yoast SEO

Indexierbarkeits-Check von Ryte

Etwas vom ersten, was dir beim WordPress SEO-Plugin auffallen wird, ist der Indexierbarkeits-Check von Ryte. Dieser ist in deinem WordPress-Dashboard ziemlich prominent sichtbar. Wenn du das Plugin frisch installiert hast, ist dieser Punkt grau.

Sobald du jedoch auf den Button „Aktuellen Status abfragen“ klickst, sollte dieser Punkt grün werden und folgende Nachricht erscheinen (vorausgesetzt du hast wie in meinem Beispiel bisher noch keine Blog-Beiträge erfasst).

Indexierbarkeits-Check von Ryte

Wird der Punkt nicht grün, liegt ein Problem bei der Indexbarkeit deiner Website vor, welches du beheben solltest (da deine Website so via Google nicht gefunden werden kann und WordPress SEO in diesem Fall nicht korrekt funktioniert).

SEO Titel

Für jede Seite sowie Blog-Beitrag kannst du den SEO-Titel individuell festlegen. So bestimmst du, wie der Titel der Seite bei Google in den Suchergebnissen erscheint.

Um den SEO Titel bearbeiten zu können, klicke im Bereich der Einstellungen für Yoast SEO auf der Seite auf den Button „Code-Schnipsel bearbeiten“. Dies öffnet die Details für diese Seite bzw. Beitrag. Zuoberst siehst du jetzt den SEO Titel.

Wichtig sind dabei zwei Aspekte:

  • Der SEO Titel sollte aktuell im Optimalfall zwischen 60 und 70 Zeichen lang sein, um nicht abgeschnitten zu werden. Das Plugin hilft dir in diesem Fall durch den Balken unterhalb der Beschreibung (orange = gut, grün = besser).
  • Der SEO Titel sollte den Fokus-Keyphrase enthalten (siehe weiter unten).
Yoast SEO-Titel

Der Permalink ist ebenfalls ein SEO-Kriterium, welches darüber entscheidet, wie gut eine Website oder ein Blog-Beitrag gefunden wird. Grund dafür ist die Lesbarkeit. Lesbare und kurze URLs sind immer besser als lange, schwer lesbare URLs.

Beispiele:

  • Negativ: https://michaelh.ch/?p=123
  • Negativ: https://michaelh.ch/2020/01/02/mobile-performance-als-schluessel-zu-mehr-performance/
  • Positiv: https://michaelh.ch/mobile-performance
  • Positiv: https://michaelh.ch/seo/mobile-performance

Bearbeiten kannst du den Permalink jeweils ganz oben auf der jeweiligen Seite, indem du auf den Titel klickst und danach rechts auf den Button „Bearbeiten“.

Permalink

Meta-Beschreibung

Die Meta-Beschreibung tut genau das, was der Name bereits sagt: beschreiben. Sie ist eine ideale Ergänzung zum SEO Titel und fasst den Inhalt der jeweiligen Webseite kompakt zusammen.

Wichtig sind dabei zwei Aspekte:

  • Die Meta-Beschreibung hat im Optimalfall eine Länge von rund 150 Zeichen.
  • Die Meta-Beschreibung sollte den Fokus-Keyphrase enthalten.
Meta-Beschreibung

Fokus-Keyphrase

Ich hatte es bereits beim SEO Titel erwähnt. Der Fokus-Keyphrase ist das Schlüsselwort, auf dem die gesamte SEO-Analyse durch das Yoast-Plugin aufbaut. Daher ist die Definition eines treffenden Fokus-Keyphrase enorm wichtig. Bei der Suche greifst du am besten auf die Keyword-Recherche zurück.

Fokus-Keyphrase

Ein weiterer Aspekt jedes Blog-Artikels sind die ausgehenden internen Links. Dazu zählen sowohl Verlinkungen zu anderen Webseiten auf deiner Website als auch Links zu anderen relevanten Blog-Beiträgen. Ich empfehle dir, im Minimum drei ausgehende interne Links zu platzieren.

Du kannst dir dazu auch das untenstehende Video vom WordCamp Europe 2018 anschauen. Darin erklärt Marieke van de Rakt (CEO von Yoast) wie die interne Linkstruktur aufgebaut werden soll (in Englisch).

Genau so wichtig wie die ausgehenden internen Links sind eingehende interne Links. Darunter verstehen wir interne Links (von anderen Seiten auf deiner Website oder anderen Blog-Beiträgen) auf den Blog-Beitrag, welchen du zurzeit verfasst. Achte darauf, in mindestens drei anderen Beiträgen oder Seiten auf den Blog-Beitrag zu verlinken. Yoast zeigt dir transparent an, wieviele interne Links (ausgehend und eingehend) es erkannt hat.

Yoast interne Links

SEO-Wert

Der SEO-Wert kann drei Farben aufweisen: rot (schwach), orange (OK) oder grün (gut). Grün bedeutet dabei, dass der Artikel gut für Suchmaschinen optimiert wurde und damit aber auch für Menschen einen Mehrwert bietet.

Wichtig: Der SEO-Wert kann nur korrekt funktionieren, wenn du zuvor ein Fokus Keyphrase definiert hast.

Um einen grünen und damit guten SEO-Wert zu erreichen, gibt es zahlreiche Faktoren, welche du beachten solltest:

  • Der SEO-Titel sollte eine angemessene Länge aufweisen sowie das Fokus-Keyphrase beinhalten.
  • Die Länge des Beitrages sollte mindestens 300 Wörter umfassen, ansonsten gilt dieser als ungenügend im Umfang. Länger ist dann besser, wenn der Inhalt passend und relevant ist sowie für den Leser einen Mehrwert bietet.
  • Bilder im Beitrag beinhalten einen passenden Alt-Text.
  • Das Keyphrase ist einmalig und du hast dieses in keinem anderen Blog-Beitrag bzw. CMS-Seite benutzt.
  • Die Meta-Beschreibung hat eine passende Länge und beinhaltet das Fokus-Keyphrase bzw. Keyword.
  • Die Länge des Fokus-Keyphrase ist gut (kurz und knackig).
  • Das Fokus-Keyphrase befindet sich in der Einleitung des Artikels.
  • Der Artikel weist sowohl interne als auch externe Links auf (externe Links entsprechen Links auf andere Websites).
  • Die Keyphrase-Dichte (wie oft dieses im Artikel erscheint) ist treffend. Dies ist wiederum abhängig von der Länge des Artikels.

Lesbarkeitswertung

Die Lesbarkeitswertung hat analog zum SEO-Wert ebenfalls die drei möglichen Stufen rot, orange sowie grün. Sie stuft ein, ob die Satzlänge sinnvoll ist, die Absätze nicht zu lange sind, Zwischentitel passend eingesetzt worden sind und Sätze nicht zu oft in der passiven Form formuliert werden.

Ich achte hier lediglich darauf, die Inhalte so zu beschreiben, wie ich selber gerne Texte lese. So, dass diese einfach zu konsumieren sind. Ob jetzt der Wert dort auf orange oder grün ist, spielt mir dabei keine zentrale Rolle.

Cornerstone Inhalt

Mit diesem Schalter legst du fest, welcher Artikel bzw. welche deiner CMS-Seiten die wichtigste deiner gesamten Website ist. Stellst du diesen Schalter auf aktiv, wendet Yoast SEO einen strengeren Algorithmus an, um den Inhalt zu bewerten. Ziel ist dann für dich, diesen Artikel so perfekt wie möglich zu formulieren und von anderen Artikeln auf diesen zu verlinken.

In diesem Artikel von Yoast findest du weitere Informationen bezüglich Cornerstone content.

Erweitert

In gewissen Fällen ist es hilfreich, einen Blog-Beitrag oder eine neue Seite zu publizieren, diese aber nicht in den Google-Suchresultaten anzuzeigen. Ich denke hier konkret an einen Link zur Präsentation eines Vortrags oder andere Inhalte, welche entweder nur sehr wenig Text beinhalten oder nur während einer gewissen Zeit relevant sind.

Bei Yoast kannst du konfigurieren, dass ein Beitrag nicht in den Suchresultaten erscheinen soll (noindex) und Google Links in diesem Beitrag auch nicht folgen soll (nofollow).

Yoast Erweitert

XML-Sitemap

Die XML-Sitemap umfasst im besten Fall alle Inhalte deiner Website, welche in der Google-Suche erscheinen soll. Mit Yoast kannst du wie erwähnt einstellen, welche Inhalte bei Google sichtbar sein sollen.

Die XML-Sitemap ist typischerweise über eine direkte URL aufrufbar, in meinem Fall ist das michaelh.ch/sitemap_index.xml. Wie du siehst, werden Blog-Beiträge (Posts) als auch CMS-Seiten (Pages) indexiert.

Darstellung in der Suche

In diesem Tab kannst du festlegen, wie die Inhalte auf deiner Website (Seiten, Beiträge, Bilder) generell in der Google-Suche dargestellt werden sollen. Du kannst gewisse Inhalte davon ausschliessen oder Spezialregeln festlegen.

Social

Der Tab Social umfasst Einstellungen bezüglich Facebook, Twitter sowie Pinterest. Das Einzige, was ich dort jeweils anpasse, ist die Twitter-Card zu deaktivieren. Grund dafür ist, dass ich Twitter selber nicht nutze und ich darin keinen Mehrwert sehe. Dies spart etwas an Ressourcen beim Plugin selber und macht dieses schlanker, da weniger Code ausgeführt werden muss.

FAQ

Rich Snippets sind aufbereitete Inhalte in den Google-Suchresultaten, die sich von den organischen (normalen) Ergebnissen abheben. Sind widerspiegeln quasi den Platz 0 bei Google, weshalb jeder dorthin möchte. Fakt ist, dass Google entscheidet, ob du diesen Platz für ein Thema bekommst oder nicht.

Dafür kommt beispielsweise der FAQ-Block von Yoast ins Spiel. Dieser erlaubt es dir, für einen Blog-Beitrag strukturierte Daten (in diesem Fall häufig gestellte Fragen) zu formulieren und diese zu beantworten. Dies ergibt durchaus Sinn, denn immer mehr Menschen formulieren in der Google- Suche nicht mehr lediglich ein paar Schlüsselwörter, sondern direkt eine klare Frage.

Wie hervorgehobene Snippets allgemein funktionieren, erklärt Google in diesem Beitrag.

Yoast FAQ Block

FAQ können dabei unterstützen, diesen Platz 0 bei Google zu erhalten. Um FAQ zu erstellen, wählst du den Block im Editor entsprechend aus. Formuliere dann eine oder mehrere Fragen und die aus deiner Sicht bestmögliche Antwort darauf. Wenn du Glück hast, erscheint dein Artikel mit deiner Antwort nach einer gewissen Zeit als Rich Snippet bei Google, zum Beispiel auf die Frage „Wie viel kostet WordPress?“

FAQ Wie viel kostet WordPress

WordPress-Einstellungen

In der Verwaltungs-Ansicht von WordPress (Backend) findest du ebenfalls einige Einstellungen, welche sich positiv auf SEO auswirken. Natürlich nur, wenn du diese korrekt einrichtest.

Sichtbarkeit für Suchmaschinen

Unter „Einstellungen“ -> „Lesen“ findest du die Option „Suchmaschinen davon abhalten, diese Website zu indexieren“. Diese Option sollte nur dann aktiv sein, wenn sich die Website noch in Entwicklung befindet und noch nicht öffentlich zugänglich ist.

Solltest du also von dieser Option Gebrauch machen, notiere dir irgendwo, diese Option beim Golive der Website wieder zu deaktivieren. Ansonsten haben sämtliche Massnahmen für WordPress SEO keine Wirkung. Schliesslich ist nur so sichergestellt, dass Google deine Website korrekt indexieren kann.

robots.txt

Die Datei robots.txt gibt Informationen zur Indexierung an Suchmaschinen weiter. Findest du dort einen Abschnitt „Disallow: /“ deutet dies darauf hin, dass die Website bei Google nicht indexiert wird.

Die Datei selber findest du direkt im Hauptverzeichnis des Servers, in meinem Fall unter michaelh.ch/robots.txt. Wie du siehst, gebe ich dort lediglich den Pfad zur XML-Sitemap an – das ist alles.

Unter „Einstellungen“ -> „Permalinks“ findest die möglichen Permalink-Strukturen für deine Website. Manche generieren schöne und kurze URLs, manche lange und schlecht lesbare URLs. Du solltest darauf achten, ersteres gleich beim Aufbau deiner Website zu wählen.

Ich empfehle deshalb, bei den Permalinks die Option „Beitragsname“ zu wählen. Ändere diese Einstellung im Nachhinein nicht mehr, da dies zu Fehlerseiten (404) führen kann. Weiter oben im Kapitel von Yoast SEO findest du Beispiele zu guten (und weniger guten) Permalinks.

Webhosting

Die Wahl des Webhosters bildet die Grundlage für eine schnelle WordPress-Website. Die Performance der Website ist ausschlaggebend für SEO, da Google schnelle Websites bevorzugt. Was neben dem Webhoster die Ladezeit der Website beeinflusst, habe ich in dieser Infografik zusammengefasst.

HTTPS

WordPress und HTTPS gehören einfach zusammen. Fast so wie WordPress SEO. Aktiviere bereits zu Beginn der Entwicklung einer Website die verschlüsselte Verbindung (HTTPS/SSL), da sich dies positiv auf die Sicherheit, das Vertrauen von Website-Besuchern und SEO auswirkt.

Mixed Content beheben

Mixed content beschreibt den Umstand, dass auf einer HTTPS-Website vereinzelte Elemente in HTTP vorhanden sind. HTTP-Elemente werden unverschlüsselt übermittelt und verhindern daher, dass HTTPS korrekt funktionieren kann. Diese Warnung, welche die meisten Browser inzwischen transparent anzeigen, erkennst du am Schloss oben, welches mit einem Ausrufezeichen versehen ist.

Korrigieren kannst du mixed content, indem du alle HTTP-Elemente durch HTTPS ersetzt. Typischerweise handelt es sich dabei um Bilder, welche einst mit einem fixen HTTP-Pfad eingepflegt worden sind. Eine tolle Website zur Prüfung von mixed content heisst übrigens Why no padlock?.

Backups

Ein schlauer Mitmensch meinte mal zu mir: „Deine Website ist nur so gut wie das letzte Backup.“

Das ist sowas von richtig. Viele Webhosting-Anbieter offerieren eine Option für Backups und damit Sicherheitskopien der Website. Darauf solltest du aber nicht ausschliesslich vertrauen, denn eigene Backups sind ebenso zwingend.

Die aus meiner Sicht beste und gleichzeitig einfachste Möglichkeit, selber Backups zu erstellen, heisst UpdraftPlus.

PHP-Version

Ein weiterer technischer Punkt. Nichts desto trotz sollte er nicht vernachlässigt werden, da eine neue PHP-Version unter anderem Performance-Vorteile mit sich bringt.

WordPress basiert auf PHP, dieser weit verbreiteten Programmiersprache. Zurzeit sollte deine Website entweder mit PHP 7.3 oder 7.4 betrieben werden, vergleiche php.net (Stand Februar 2020):

PHP-Versionen

Ändern und aktualisieren kannst du deine PHP-Version normalerweise direkt via deinem Webhoster. Aber Achtung: Zuerst unbedingt ein vollständiges Backup deiner Website anlegen. Sicher ist sicher.

Server-Standort

Beim Server-Standort spielt immer auch der Datenschutz eine Rolle. Aus diesem Grund favorisiere ich Webhoster, welche ihre Server in der Schweiz haben. Deutschland ist ebenfalls in Ordnung, da dort die Datensicherheit ebenfalls gross geschrieben wird.

cyon

cyon ist mein favorisierter Hoster in der Schweiz. Zwar sind die Server nicht auf WordPress getrimmt, der Service und das Angebot sind aber Weltklasse. WordPress-Hosting kann in gewissen Bereichen noch etwas performanter sein als konventionelles, auf sämtliche Systeme ausgelegte, Hosting.

RAIDBOXES

RAIDBOXES ist ein auf WordPress spezialisiertes Hosting-Unternehmen in Münster. Diese Website läuft ebenfalls auf einem Server des Anbieters aus Nordrhein-Westfalen.

Der Server ist nicht nur blitzschnell, sondern zudem noch klimapositiv. Der Support ist so gut wie immer erreichbar, sogar am Wochenende. Zudem wird die Infrastruktur ständig weiterenwickelt, grandios.

Off-Page SEO

Neben On-Page SEO (typischerweise mittels Yoast SEO) ist ein anderer Teilbereich alles, was abseits der Website für die Suchmaschinen-Optimierung unternommen wird. Off-Page SEO kann deshalb dabei helfen, dass Besucher überhaupt erst auf deiner Website landen.

Lokales SEO (Google My Business)

Neben den normalen Google-Suchresultaten ist dir bestimmt bei der Suche nach einem bestimmten Unternehmen aufgefallen, dass in einem separaten Kasten weitere Informationen angezeigt werden. Dabei handelt es sich meistens um den Eintrag bei Google My Business. Wie du diesen anlegen und verwalten kannst, kannst du hier detailliert nachlesen.

Ladezeit und Performance

Eine wichtige Frage im Zusammenhang mit WordPress SEO: Wie schnell lädt meine Website eigentlich?

Grundsätzlich ist es sowohl für uns Menschen als auch für Google frustrierend, wenn es 10 Sekunden dauert, bis die Startseite vollständig geladen ist. Bei Google ist es dann im Umkehrschluss wiederum so, dass schnell ladende Websites belohnt werden.

Wie eine Ladezeit-Optimierung konkret funktionieren kann, habe ich im Fallbeispiel einer Hotel-Website detailliert beschrieben.

Mobile first

Im Juli 2018 hat Google konsequent damit begonnen, den „Mobile First“ Index gegenüber der Desktop-Ansicht zu favorisieren. Dies ist unter anderem darauf zurückzuführen, dass die Anzahl Seitenaufrufe mit Smartphones stetig zunehmen und es wichtig ist, dass deine Website insbesondere auch auf mobilen Geräten schnell lädt. Zudem soll die Ansicht des Inhaltes auf das Gerät optimiert sein, sprich responsiv.

Wenn du die Google Search Console mit deiner Website verbunden hast, dann hat dir Google vermutlich dazu bereits ein E-Mail geschickt. Das sieht dann so aus.

Google Mobile First Index

Performance-Optimierung

Oder einfach kurz: Die Website schneller machen. Meist sind es entweder der Webserver oder Bilder, die die Website unnötig verlangsamen. Es gibt aber noch weitere Aspekte, welche du beachten solltest. Ich habe diese in einem separaten Beitrag über Performance-Optimierung zusammengefasst (inklusive PDF zum Herunterladen).

Messung des Page Speed

Selbstverständlich kannst du die Ladezeit deiner Website nur optimieren, wenn dir klar ist, wo du überhaupt starten solltest. Dazu helfen in einem ersten Schritt sogenannte Tools zur Messung der Ladezeit, auch Page Speed. Ich nutze dafür meist diese drei Tools und verschaffe mir so einen Überblick über den Ist-Zustand.

Google Tools

Google ist Fan von WordPress. Aus diesem Grund funktioniert WordPress SEO auch super, sofern richtig umgesetzt. Da Google bereits seit geraumer Zeit den Markt der Suchanfragen beherrscht, erwähne ich hier auch keine anderen Suchmaschinen (diese sind leider einfach in den meisten Fäll irrelevant).

Google Search Console

Das für mich wichtigste Feature in der Search Console, welches du unbedingt nutzen solltest, ist die Sitemap. Dort kannst du nämlich ganz einfach die Sitemap bei Google hochladen bzw. mitteilen, welche Inhalte deiner Website indexiert werden sollen. Das sieht dann in der Übersicht wie folgt aus.

Google Search Console Sitemap

Google Search Console

Mobile friendly test

Eine Voraussetzung, damit WordPress SEO die grösstmögliche Wirkung hat, ist wie erwähnt die Optimierung für mobile Geräte. Dafür bietet Google ebenfalls ein eigenes Tool an, um dies ganz unkompliziert prüfen zu können.

Google Test auf Optimierung für Mobilgeräte

Google Analytics

Mit Google Analytics kannst du deine Website-Besucher von A bis Z tracken. Mit welchem Gerät greifen sie darauf zu, zu welcher Uhrzeit, aus welchem Land, wie lange verweilen sie, welche Seiten besuchen sie, wann und wo sie wieder abspringen. Es ist sehr detailliert.

Wer jedoch Wert auf Datenschutz legt, sollte Friendly Analytics mal ausprobieren. Basierend auf Matomo und mit einem Tracking, dass die Privatsphäre respektiert.

Zusammenfassung

WordPress SEO ist extrem umfangreich, aber keine Hexerei.

Ich habe in diesem Artikel versucht, alle meine Erkenntnisse der letzten drei Jahre „auf Papier“ zu bringen. Sei dies Wissen von WordCamps (WordPress-Konferenzen), lokalen Meetups oder persönlichen Gesprächen mit anderen Experten. Alle hier ersichtlichen Tipps sind praxiserprobt und funktionieren gemäss meiner Erfahrung.

Hast du Ergänzungen zu diesem Artikel oder Fragen zu Suchmaschinen-Optimierung oder WordPress SEO?
Ich freue mich über jegliche Rückmeldungen dazu unten als Kommentar.

4 Gedanken zu „WordPress SEO – Die komplette Anleitung“

  1. Lieber Michael
    Da hast du dich aber ins Zeug gelegt und eine wirklich gute Anleitung geschrieben.
    Danke dafür.

    Ich persönlich bevorzuge The SEO Framework vor Yoast aber das ist nicht so relevant denn wie du richtig sagst, ist es es mit der Installation des SEO-Plugins nicht getan.
    Ich finde den „Startleitfaden zur Suchmaschinenoptimierung (SEO)“ von Google sehr hilfreich. (https://support.google.com/webmasters/answer/7451184?hl=de)

    Eine oft vergessene aber eigentlich selbstverständliche SEO-Massnahme, die du nicht erwähnst, ist es bei Bildern sinnvolle Dateinamen und vor allem Alt-Attribute zu setzen.

    Antworten
    • Hallo Christian

      Freut mich, gerne geschehen.
      Mein Ziel war, eine möglichst hochwertige sowie einfach zu verstehende Anleitung zu verfassen. Sie soll die meisten und aus meiner Sicht wichtigsten Punkte abdecken.

      Vielen Dank auch für den Link und ja, jegliche Artikel in der Search Console Hilfe sind lesenswert.

      Bei den Bildern gebe ich dir absolut Recht. Sprechende Dateinamen sowie treffende Beschreibungen als Alt-Attribut sind dort eine wichtige Basis.

      Viele Grüsse
      Michi

      Antworten

Schreibe einen Kommentar

Du bist zurzeit offline