Cybersicherheit für Schweizer KMU

Es steht schlecht um die Cybersicherheit in der Schweizer Wirtschaft. Nicht zuletzt aufgrund der künstlichen Intelligenz (KI) steigen die Gefahren massiv. Kleine und mittlere Unternehmen stecken bei der Cyberabwehr jedoch auch heute noch in den Kinderschuhen.

«Wir hatten in den letzten Jahren keinerlei Probleme, weshalb sollten wir mehr in die Cybersicherheit investieren?»

Drei kritische Bereiche der Cybersicherheit

  1. Cyberrisiken werden massiv unterschätzt, da Sicherheit Zeit und Geld kostet. Der Effekt, wenn es richtig umgesetzt ist, ist in der Regel unsichtbar (man wird in der Regel einfach nicht gehackt, auch wenn es keine 100%-Sicherheit gibt).
  2. Einfache Schutzmassnahmen sind nicht umgesetzt, wie beispielsweise eine Authentifizierung ohne Passwort (biometrisch), eine 2-Faktor-Authentifizierung (2FA) oder auch Single-Sign-On (SSO).
  3. Keine Versicherungen vorhanden. Nur rund 10 Prozent der in der Schweiz ansässigen Unternehmen sind gegen Cyberrisiken versichert (Stand: August 2026).
Wo liegt das Problem, wenn Cybersicherheit vernachlässigt wird?

Zahlreiche Schweizer KMU messen der eigenen Cybersicherheit zu wenig Bedeutung bei. Gleichzeitig steigt die Bedrohung stetig an. Phishing-Mails, Malware sowie Deepfakes werden immer professioneller.

Was sind mögliche Schwachpunkte, über welche ich als Schweizer KMU angreifbar bin?

Skalierbare Angriffe über E-Mail (Phishing), gestohlene Zugangsdaten der Website (Admin-Login) oder anderen Systemen sowie auch manipulierte Zahlungsprozesse. Dabei spielt es keine Rolle, ob dein KMU kritische Daten verarbeitet oder nicht. Diese Angriffe finden grösstenteils automatisiert statt.

Welche Massnahmen sind notwendig, um mit den stetig neuen Risiken im Cyberbereich Schritt zu halten?

Primär muss die Cyberresilienz gestärkt werden. Technische Standards müssen seitens Mitarbeiter konsequent eingehalten werden, weitergehende Sicherheitsmassnahmen werden integriert, möglicherweise eine Cyberversicherung abgeschlossen werden, die IT soll professionell betrieben und somit ausgelagert werden und zu guter Letzt sollten Zahlungs- und Freigabeprozesse nach dem Vier-Augen-Prinzip gehandhabt werden.

Notfallkonzept erstellen und testen

Ein IT-Notfallkonzept für KMU als Eckpfeiler der Cybersicherheit:

  1. Phase: Vorbereitung

    Die wichtigste Phase. Es müssen Grundschutzmassnahmen umgesetzt werden. Danach gilt es, einen Krisen- und Notfallplan zu erstellen und diesen auch zu testen. Schliesslich müssen mögliche Cyberrisiken in der Lieferkette überprüft und Zuständigkeiten klar geregelt werden.

  2. Phase: Vorfall tritt ein

    Je nachdem muss der Vorfall mit Hilfe des Notfallblatts gemeldet werden. Dieses Blatt wird vom Bundesamt für Cybersicherheit (BACS) zur Verfügung gestellt. Anschliessend sollte der Vorfall intern geprüft werden, nach Bedarf externe Spezialisten beiziehen und informieren. Schlussendlich müssen wirksame Sofortmassnahmen eingeleitet werden, um weiteren Schaden zu vermeiden.

  3. Phase: Vorfallsbewältigung

    In der Bewältigung ist es zentral, den Notfall- und Krisenplan anzuwenden. Die definierte Notfall- und Krisenorganisation wird zu einer dringenden Sitzung einberufen, um die weiteren Schritte zu besprechen. Danach folgt die Krisenkommunikation, sowohl intern als auch extern und ggf. mittels Pressemitteilung.

  4. Phase: Nachbearbeitung

    Die interne Krisenorganisation trifft sich für ein Debriefing. Was lief gut, was kann künftig punkto Cyberabwehr verbessert werden? Die Verbesserungen fliessen in das Notfallkonzept ein und werden intern geschult.

Beratung und Kontakt

Michael Sutter

  • Neun Jahre Erfahrung als WordPress-Webentwickler
  • Passion für Prävention gegen Hacking und Cybersicherheit
  • Erfolgreiche Bewältigung von vier Cybervorfällen (deren drei im Jahr 2025, bisher einen Vorfall 2026) im Bereich Malware sowie Cybermining

E-Mail: michael@michaelh.ch
Tel. +41 55 511 34 30

Quellen
Deloitte-Studie «Unterschätzt, ungeschützt, unterversichert: KMU-Cyberrisiken in der Schweiz»
Notfallkonzept, Bundesamt für Cybersicherheit BACS